RADON-SAUGER.de

RADONsanierung

Radon (Rn) ist ein radioaktives, farb- und geruchloses Edelgas, das überall im Erdreich aus Uran-/Thorium-haltigen Gesteinen entsteht. Als Gas dringt es aus dem Untergrund in Gebäude ein und gefährdet die Gesundheit der Bewohner. Wir verweisen auf das neue Strahlenschutzgesetz und die neue Strahlenschutzverordnung: Bis Ende des Jahres 2018 will der Bund Verordnungen verabschieden, die eine EU-Richtlinie zum Schutz vor Radon in Innenräumen auch in Deutschland verbindlich umsetzen. Bauherren und Arbeitgeber haben dann viele Pflichten zu beachten, die ihnen bisher vermutlich unbekannt waren. Während der an sich erfreulichen Sanierungswelle mit der zur Zeit KITAs, Schulen, Kindergärten und andere öffentliche Einrichtungen ertüchtigt werden, ist baulicher Radonschutz im Neubau noch relativ preiswert zu installieren. Werden nach der Gebäudeerrichtung erhöhte Radonwerte (über 200 Bq/m3) festgestellt, führen Radon-reduktionsmaßnahmen zu erheblichen Kosten. In frisch sanierten Altbauten können Radonkonzentrationen vor allem in Keller- und Erdgeschossräumen stark ansteigen. Ursache sind im Erdreich nicht hinreichend abgedichtete Ver- und Entsorgungsleitungen, aber auch die meist wirksamere Dämmung von Wänden und Fenstern, die den Luftaustausch in Innenräumen verringern. Die EU-Richtlinie 2013/59/Euratom nennt 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft als einzuhaltenden Referenzwert für Altbauten (Bestandsbauten). Dieser Wert ist kein Grenzwert, sondern ein Richtwert. Radon-Experten diskutieren, ob nicht bereits 100 Bq/m3 bei dauerhaftem Aufenthalt in Radon-belasteten Räumen gesundheitsschädlich sind, so wie es die WHO sieht. Thüringen gilt als das Bundesland mit der höchsten mittleren Radonkonzentration in Wohn- und Aufenthaltsräumen, dann folgt Sachsen. In die Risikogebiete (mit erhöhten zu erwartenden Radonkonzentrationen in Gebäuden), die „Radonvorsorgegebiete“ heißen werden und noch ausgewiesen werden müssen, fallen nach Auskunft des Thüringer Umweltministeriums der Ostthüringer Raum und die Thüringer Mittelgebirgsstrukturen.

Karte - Mögliche Radon-Gefahr in Deutschland

Karte - Durchschnittliche Radon-Konzentration in Thüringer Wohngebäuden

Quelle: kemski, Bonn und BfS

ABER: Gefährlich hohe Konzentrationen von Radon können auch in Gebäuden auftreten, die auf nicht ausgewiesenen Radonrisikogebieten stehen. Umgekehrt ist folglich auch in Risikogebieten nicht jedes Haus von überhöhten Radonaktivitätskonzentrationen betroffen. Radonfachpersonen plädieren deshalb für flächendeckende Radonmessungen in Gebäuden.

Illustration - Radongefahr

Aufspüren von Radon-Eintrittspfaden

Quelle: fotolia und binker.eu

Radon-Gas resultiert aus dem Zerfall von überall und allgegenwärtig im Boden bzw. Erdreich vorhandenem, radioaktivem Radium, welches letztendlich aus Uran gebildet wird. So entsteht aus dem Isotop Radium 226 gasförmiges Radon 222 (durch Alpha-Zerfall).

Illustration - Zerfallsreihe Uran

Illustration - Radon dringt aus dem Erdreich

Quelle: fotolia und binker.eu

Radon ist mit 9,73 kg/m3 ein sehr dichtes Gas und damit ca. 7x schwerer als Luft. Das gasförmige Radon dringt wegen seiner Beweglichkeit wie Luftsauerstoff auch in alle Gebäude in unterschiedlichen Konzentrationen ein. Es zerfällt in den Gebäuden wiederum in radioaktive Schwermetallisotope der Elemente Polonium (Po), Wismut (Bi) und Blei (Pb) bis als stabiles Endprodukt schließlich nicht-radioaktives Blei 206 entsteht. Die radioaktiven Schwermetallisotope sammeln sich beim Einatmen von Radon und besonders von Rn-Aerosolen in der menschlichen Lunge an und bleiben dort!

Illustration - Aerosolbildung bei Radon

Metapher - Lungenprobleme

Quelle: V. Schmidt

Radonsanierung: Die Sanierung (bzw. Radonreduzierung) verfolgt drei Strategien:

  • Vermeidung des Eindringens von Radon über Keller, durch Außenwände und Fußböden
  • Reduzierung der Radongehalte im Erdreich um das Gebäude durch Ableiten radonbelasteter Bodenluft
  • Reduzierung des Radons in Innenräumen durch Lüften/ Wohnungslüften
  • Bei der Neuerrichtung von Gebäuden (= Neubau) sind radonreduzierende Maßnahmen mit relativ geringem Aufwand durchführbar (vgl. auch US EPA-Broschüre https://www.epa.gov/indoor-air-quality-iaq).

Bei Bestandsgebäuden ist eine vollständige Abdichtung gegen Radon kaum möglich; Risse, Fugen, Öffnungen und Rohrdurchführungen können jedoch abgedichtet werden. Bei einer bestehenden Drainage ist eine Entlüftung der Drainage oft eine schnelle, gute und preisgünstige Möglichkeit, um Radon vom Gebäude wegzuführen. Alternativ sind Radonbrunnen außerhalb des Gebäudes zu erwägen (externe Radonbrunnen). Eine kontrollierte Wohnraumbelüftung wird ebenfalls zur Reduzierung der Radonkonzentrationen beitragen. Mit Maßnahmen zur Radonreduzierung werden häufig auch andere negative Eigenschaften bzw. Inhaltsstoffe der Raumluft reduziert bzw. vom Gebäude abgeführt (Feuchte, Kohlendioxid, Gerüche, MVOC und andere Schadstoffe).

Durch das Einatmen von Radon in den Atemtrakt und die Lunge steigt das gesundheitliche Risiko kaum, denn das radioaktive Edelgas wird fast vollständig wieder ausgeatmet ohne im Körper zerfallen zu sein, denn die Halbwertszeit ist mit ca. 3,8 Tagen relativ lange. Deutlich zahlreicher sind die Zerfälle in der Raumluft. Dabei entstehen ebenfalls radioaktive Zerfallsprodukte, die sich als Schwermetallatome an Feinstaub und Aerosole in der Atemluft anlagern:

  • Polonium: Po-218
  • Wismut: Bi-214
  • Blei: Pb-214
Durch Einatmen dieser in der Lunge reichern sie sich an und zerfallen dort wieder gewebeschädigend. Bei (Uran-)Bergarbeitern ist Lungenkrebs durch Radon ausgelöst eine „Anerkannte Berufskrankheit“. Sie ist als Schneeberger Krankheit bekannt geworden, die nahezu alle Bergleute in der Umgebung von Schneeberg im Erzgebirge getötet hat. Rechnerische Abschätzungen aus der Lungenkrebshäufigkeit von Bergarbeitern haben ergeben, dass Radon für etwa 10 % der Lungenkrebs-Todesfälle verantwortlich zu sein scheint.

Bergarbeiter

Illustration - Geschädigte Lunge im Röntgenbild

Illustration - Zerfallsreihe Radon

Diese Größenordnung wurde inzwischen durch epidemiologische Studien erhärtet. Damit gehen pro Jahr in der Europäischen Union ca. 20.000 Lungenkrebstodesfälle, in Deutschland etwa 2000 und in der Schweiz ca. 400 auf Radon-Belastung in Gebäuden zurück. Aktuell zeigen Untersuchungen des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) im Rahmen der Schweizerischen Nationalen Kohortenstudie, dass Radon im Wohnumfeld auch das Risiko an bösartigem Hautkrebs (Malignes Melanom) zu erkranken erhöht. Auch Atemwegskarzinome und Magenkrebs (Rn-haltiges Wasser) werden teilweise dem Radon zugesprochen.

Illustration - Radon im Periodensystem

Illustration - Einatmen radioaktiver Partikel

Man verstrahlt von Innen heraus. Deshalb ist es wichtig, Radon nicht erst in die Gebäude eindringen zu lassen oder die Radon-Konzentrationen in den Gebäuden deutlich zu reduzieren. Diese Radonkonzentration-Reduktion erfolgt durch unsere Radonsanierungen. Durch unsere Radonsanierung Ihres Gebäudes wird Ihr gesundheitliches Risiko somit reduziert.